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Teufelskreis: Metabolisches Syndrom und Herzinsuffizienz

Veröffentlicht am 20. Oktober 2009 von Dr. med. Karin Wilbrand

kardioEin Teufelskreis besteht zwischen den Erkrankungen des metabolisches Syndrom und der Herzinsuffizienz, insbesondere wenn eine prädiabetische oder sogar diabetische Stoffwechsellage existiert, die zur Förderung der Atherosklerose führt und über eine koronare Gefäßverengung in eine Herzinsuffizienz münden kann.

Es gibt bisher noch relativ wenige Forschungsdaten zur Betrachtung der gemeinsam und sich gegenseitig bedingenden Erkrankung. Auch tragen kontroverse Betrachtungen der unterschiedlichen Fachgebiete dazu bei, dass konkrete Forschungen weitgehend ausbleiben, obwohl dieses Thema sowohl für die Diabetologie als auch für die Kardiologie enorm wichtig ist.

Dies gewinnt einen umso höheren Stellenwert, je deutlicher man sich vor Augen führt, dass die Herzinsuffizienz die Lebenserwartung stark einschränkt und die Überlebensraten geringer sind als bei einer Krebserkrankung. Fest steht, dass eine zweifach erhöhte Diabetesrate bei bestehender Herzinsuffizienz beobachtet wird. Auch umgekehrt lässt sich eine Korrelation zwischen den beiden Erkrankungen herstellen, da bei einem manifesten Diabetes die Rate an koronarer Herzerkrankung um das doppelte höher ist und die Zahl der Herzinsuffizienten um das 2,5fache ansteigt.

Daraus leiten die Experten ab, dass bei Diabetes mellitus die koronare Herzerkrankung aufgrund atherosklerotischer Veränderungen entsteht und als wesentliche Ursache für die Herzschwäche angenommen werden muss. Bereits im frühen, sogenannten prädiabetischen Stadium sowie bei Vorliegen eines metabolischen Syndroms ist das Risiko für eine sich entwickelnde Herzinsuffizienz erhöht. Hinzu kommt, dass die betroffenen Patienten sehr häufig eine Adipositas aufweisen, die oft mit stark erhöhten Blutdruckwerten verbunden ist. Diese beiden Risikofaktoren können das Risiko für eine Herzinsuffizienz verdoppeln. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dies auf die gleichzeitig vorliegende Insulinresistenz zurückzuführen.

Die Frage nach der richtigen Therapie der Patienten, die sowohl einen Diabetes als auch eine Herzinsuffizienz oder koronare Herzerkrankung aufweisen, lässt sich nicht leicht beantworten, weil einige Antidiabetika die Herzleistung beeinflussen können und andererseits Substanzen, die für Hypertonie, koronare Herzerkrankung oder Herzinsuffizienz wirksam sind, die diabetische Stoffwechsellage negativ beeinflussen können.

Die Herausforderung für die Diabetologie und Kardiologie besteht sicher in einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung der individuellen Behandlung. Es bleibt zu wünschen, dass mehr prospektive Studien realisiert werden, um die richtige Therapie für den Patienten zu finden, der die häufig auftretende Kombination aus Insulinresistenz, metabolischem Syndrom, Hypertonie, Adipositas, Atherosklerose, koronarer Herzerkrankung und Herzinsuffizienz aufweist.

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