Adipositas Blog

der Adipositas Stiftung Deutschland

Energiestoffwechsel der Muskulatur konditionieren

Veröffentlicht am 10. September 2009 von Dr. med. Karin Wilbrand

runningWährend nach einer einmaligen sportlichen Aktivität vermehrt muskuläre und systemische Entzündungszellen nachweisbar sind, führt regelmäßiger Sport zu einer Absenkung dieser Zellen, die von Lymphozyten und Makrophagen freigesetzt werden.  Aufgrund dieser Nachweise wird davon ausgegangen, dass die sportbedingte Reduzierung der Entzündungszellen dazu beiträgt, dass körperliche Störungen und chronische Erkrankungen positiv beeinflusst werden.

Ein Anstieg von Herz- und Gefäßerkrankungen bei Übergewichtigen ist nachgewiesen und es werden in erste Linie Lebensstil-verändernde Konzepte zur Senkung des Erkrankungsrisikos empfohlen. Einerseits gehört dazu die Umstellung der meist zugrunde liegenden Fehl- und Überernährung, andererseits wird von diesem Kollektiv Sport und Bewegung als positiver Gesundheitsfaktor zu wenig genutzt. Vor allem der Verlust an aktiver Muskelmasse durch fehlendes Training und die gleichzeitige Zunahme der viszeralen Fettmasse wirken sich negativ auf die Funktion unterschiedlicher biologischer Systeme aus. Es wird angenommen, dass eine Störung des physiologischen Gleichgewichts zwischen pro-atherogener Gefäßschädigung mit hohen Entzündungsmarkern zum anti-atherogenen Gefäßschutz eng mit den regulierenden stoffwechselanabolen und –katabolen Faktoren verknüpft ist.

Regelmäßiges körperliches Training konditioniert den muskulären Energiestoffwechsel, in dem der Grundumsatz und der Belastungsumsatz gesteigert werden. Dies wirkt sich positiv auf chronisch-degenerative Erkrankungen aus und Adipositas, Fettstoffwechselstörungen, Typ 2-Diabetes und Bluthochdruck werden günstig beeinflusst.

Weil diese als Risikofaktoren für die Arteriosklerose und den Myokardinfarkt bekannt sind, können mit  regelmäßiger sportlicher Aktivität sowohl die Risikofaktoren als auch die konsekutiven kardiovaskulärer Ereignisse reduziert werden.

Während bei einer akuten Hochleistung, z.B: nach einem Marathonlauf,  die Zahl der Entzündungszellen sich denjenigen eines grippalen Infektes nähern, gelingt es durch dauerhafte körperliche Leistung die Zahl der Entzündungszellen zu regulieren.  In vielen Untersuchungen ist nachgewiesen, dass mit zunehmender Häufigkeit sportlicher Aktivität die Konzentration der Entzündungszellen und Entzündungsmarker im Blut sinkt.

Eine chronische Entzündung stellt auch der atherosklerotische Prozess an der Gefäßwand dar, an dem oxidiertes LDL-Cholesterin, aktivierte Makrophagen und die unterschiedlichen freigesetzen Zytokine beteiligt sind. Außerdem werden vom abdominellen Fettgewebe proinflammatorische Marker freigesetzt. Entsprechend werden bei koronarer Herzerkrankung oder einem Infarkt erhöhte Spiegel von CRP (C-reaktivem Protein) Fibrinogen, Interleukin 6 und hohe Leukozytenzahlen festgestellt. Auch steigt mit dem entzündlichen Stress an der Gefäßwand das Risiko, dass die Plaques aufreißen und ein Koronargefäß verschließen.

Zur Verbesserung der metabolischen Fitness und eines ungünstigen Stoffwechselprofils bei Übergewicht und Adipositas sollte demnach nicht nur die Ernährung umgestellt werden, sondern auch der Energieumsatz durch regelmäßige körperliche Aktivität erhöht werden.  Und weil das viszerale Fettgewebe großen Anteil an einem kardiometabolischen Risiko hat, ist es unvermeidbar, metabolisch aktives Fettgewebe ab- , und energetisch aktives Muskelgewebe aufzubauen.

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