Adipositas Blog

der Adipositas Stiftung Deutschland

Adipositas? Auf die Zähne achten!

Veröffentlicht am 8. Dezember 2008 von Dr. Petra Kreuter

Adipöse Personen haben oft gesundheitliche Probleme, wie z.B. Bluthochdruck, Sodbrennen oder Gelenkbeschwerden, die je nach Ausmaß auch medikamentös behandelt werden müssen. Auch die Atmung kann beeinträchtigt sein, wie im letzten Blog-Eintrag zu lesen war.

Fast unbekannt dürfte den meisten Adipösen jedoch sein, dass auch ihre Zahngesundheit durch ein Zuviel an Gewicht beeinträchtigt wird und daher besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Viele Studien stellten bereits einen positiven Zusammenhang zwischen dem BMI und dem Auftreten einer Zahnbetterkrankung (Parodontitis) fest. Als Ursachen sehen Forscher Veränderungen im Stoffwechsel und Immunsystem, die durch das Übergewicht ausgelöst werden.

Einer Parodontitis – fälschlicherweise auch als Parodontose bezeichnet – geht meist eine Gingivitis, ein Entzündung des Zahnfleisches, voraus. Diese macht sich durch Zahnfleischbluten beim Putzen bemerkbar, tut aber sonst nicht weiter weh. Greift die Entzündung dann auf die Zahntaschen über, hilft das normale Zähneputzen hier nicht mehr. Die Bakterien können sich dort ungestört weiter vermehren und auch die Zahnwurzel angreifen. In der Folge bilden sich tiefe Zahntaschen, der Zahn wird locker, und schließlich kann auch der umgebende Knochen abgebaut werden, so dass Zahnverlust droht. Davon abgesehen besteht auch eine erhöhte Gefahr der Bakterienverschleppung im Blut, so dass sich z.B. der Herzmuskel entzünden kann.

Jordanische Forscher untersuchten nun, inwieweit nicht nur der BMI, sondern auch der Körperfettanteil und der Bauchumfang Einfluss auf die Zahngesundheit haben. Von den 340 Studienteilnehmern waren 3,8 % unter- und 31,8 % normalgewichtig. 33,8 % waren übergewichtig, wiesen also einen BMI zwischen 25 und 29,9 auf, und die restlichen 30,5 % der Teilnehmer waren adipös mit einem BMI über 30.

Die zahnärztliche Untersuchung bestätigte nun die Ergebnisse früherer Studien: Während nur 14 % der Normalgewichtigen eine Parodontitis hatten, fand sich diese bei knapp 27% der Übergewichtigen und sogar bei knapp 52 % der Adipösen. Ferner hatten Letztere mehr Entzündungen des Zahnfleischs, mehr Zahnbeläge und bereits mehr Zahnverluste als die Normalgewichtigen. Neben dem BMI stellten sich auch das Körperfett und der Bauchumfang als ungesund für die Zähne heraus. Je höher der Körperfettanteil sowie je größer der Umfang des Bauches, desto eher lag eine Parodontitis vor.

Die Zahngesundheit sollte daher nicht vernachlässigt werden – auch wenn dies zumeist mit Kosten für den gesetzlich Versicherten verbunden ist. Die Krankenkassen zahlen nur einmal pro Jahr die Kontrolluntersuchungen samt Zahnsteinentfernung. Wer allerdings Probleme mit dem Zahnfleisch hat, sollte sich vom Zahnarzt beraten und entsprechend zweimal im Jahr die Zähne professionell reinigen lassen. Diese Reinigung wird von wenigen gesetzlichen Kassen mitgetragen, so dass sich ein Nachfragen lohnt. Die wesentlich schmerzhaftere Parodontitis-Behandlung wird dann aber wieder von den Kassen übernommen.

LITERATUR:

Khader et al. (2008). The association between periodontal disease and obesity among adults in Jordan. Journal of Clinical Periodontology. Early View November 2008. DOI: 10.1111/j.1600-051X.2008.01345.x

http://www3.interscience.wiley.com/journal/118533209/home

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