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Gewichtsreduktion verbessert nächtliche Atmung

Veröffentlicht am 24. November 2008 von Dr. Petra Kreuter

Lautes Schnarchen beeinträchtigt nicht nur den Schlaf des Bettnachbarn, sondern auch die Gesundheit des Schnarchers. Kritisch wird es, wenn zudem Atempausen dazukommen. Das Aussetzen der nächtlichen Atmung wird als Schlafapnoe bezeichnet. Häufigste Ursache für diese Aussetzer ist eine Einengung (Obstruktion) der oberen Atemwege. Im Schlaf erschlafft die Schlundmuskulatur, so dass besonders in Rückenlage eine freie Atmung nicht mehr durchgängig möglich ist. Wird hier nicht frühzeitig therapiert, können Herz- und Lungenerkrankungen die Folge sein. Zudem fühlt der Betroffene sich tagsüber oft erschöpft, da der nächtliche Schlaf keine Erholung brachte.

Neben vergrößerten Rachenmandeln oder Polypen ist Übergewicht der wichtigste Risikofaktor für die obstruktive Schlafapnoe (OSA) – und an erster Stelle aller therapeutischen Empfehlungen steht auch immer die Gewichtsabnahme.

Henri Tuomilehto und seine Kollegen vom Kuopio University Hospital in Finnland führten nun die erste randomisierte Studie durch, in der die Auswirkung einer Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Patienten mit leichter OAS untersucht wurde. Dazu teilten die Forscher die 72 Patienten, deren BMI zwischen 28 und 40 lag, in zwei Gruppen auf: In der Interventionsgruppe ernährten sich 35 Patienten zunächst zwölf Wochen lang von einer Formula-Diät, und in den nachfolgenden neun Monaten reduzierten sie die Fettzufuhr auf weniger als 30 Energieprozent und erhöhten den Obst- und Gemüsekonsum. Zudem erhielten sie regelmäßig ausführliche und auf sie persönlich abgestimmte Ratschläge von Ernährungs- und Bewegungsexperten. Die 37 Teilnehmer der Kontrollgruppe hingegen bekamen nur allgemeine Informationen zur Ernährung und Bewegung.

Mit den jeweiligen Instruktionen nahmen die Teilnehmer der Interventionsgruppe während des Studienjahrs durchschnittlich 10,7 kg ab, die der Kontrollgruppe 2,4 kg.

Wichtigste Messgröße war aber der sogenannte Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI), der Auskunft gibt über die Schwere der OSA. Dieser lag bei den Teilnehmern zu Beginn zwischen 5-15, was einer leichten OSA entspricht. Nach den drei Monaten Formula-Diät lag der AHI der Interventionsgruppe bei 5,3, und nach dem gesamten Jahr bei 6,0. In der Kontrollgruppe betrugen die entsprechenden Werte dagegen 8,1 und 9,6. Zudem ergab sich laut Tuomilehto in der Interventionsgruppe ein enger Zusammenhang zwischen der Reduzierung des AHI und der Gewichtsabnahme während der zwölf Monate: Je mehr an Gewicht verloren wurde, desto mehr sank auch der AHI. Zudem verbesserten sich in der Interventionsgruppe auch die Sauerstoffsättigung im Blut und die per Fragebogen erhobene Lebensqualität.

Da eine Gewichtsreduktion generell auch andere mit dem hohen Gewicht verbundene Begleiterkrankungen positiv beeinflusst, bestätigt Tuomilehto zufolge die Studie die Vorzüge einer Diät, wenn es um die Therapie der leichten OSA geht. Ein Gewichtsverlust sei natürlich auch bei den schwereren Formen der OSA nützlich. Diese erfordern aber zumeist schon ein Beatmungsgerät für nachts oder operative Eingriffe im Nasen-Rachenraum oder im Bereich des Kiefers. Um dem frühzeitig entgegenzuwirken, sollte daher jeder Übergewichtige bereits bei einer leichten OSA abnehmen – was letztlich auch die Nachtruhe des Partners verbessert.

LITERATUR:
Tuomilehto et al. (2008). Lifestyle Intervention with Weight Reduction-First Line Treatment in Mild Obstructive Sleep Apnea. Am J Respir Crit Care Med, doi:10.1164/rccm.200805-669OC

http://ajrccm.atsjournals.org/

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