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Adipositas bei Kinder frühzeitig bekämpfen

Veröffentlicht am 20. August 2008 von Dr. med. Karin Wilbrand

Übergewicht und Adipositas sind ein zentrales Thema der heutigen gesundheitspolitischen Diskussion. Übergewicht und Adipositas haben nachgewiesenermaßen fatale Auswirkung auf den Gesundheitszustand der betroffenen Personen. Chronische Krankheiten, die vermehrt auftreten, wie zum Beispiel Herzkreislaufkrankheiten, Diabetes mellitus Typ 2 und verschiedene Krebsarten verkürzen die Lebenserwartungen der Übergewichtigen.

Insbesondere die steigende Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Kindern verdeutlicht das Ausmaß und die Dimension des Problems und führt zur Frage nach den möglichen Ursachen.

Neben Ernährungseinflüssen und Bewegungsmangel sind für die Adipositas-Entstehung in jedem Fall auch individuell festgelegte (genetische und frühkindliche) Faktoren verantwortlich. Darüber hinaus gibt es gewisse Phasen im Leben des Einzelnen, die wahrscheinlich mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Übergewicht verbunden sind.

Zu solchen kritischen Phasen zählt offensichtlich das schnelle Wachstum in den ersten beiden Lebensjahren. Ergebnisse der so genannten DONALD Studie zeigten, dass Schnellwachstum zur Vorhersage für späteres Übergewicht auch für gesunde Kinder in Frage kommt. Es wurde bei 29 Prozent der Kinder registriert und führte zu einem schnelleren Anstieg des Body-Mass-Index (BMI) und des prozentualen Körperfettanteils in den ersten beiden Lebensjahren, und blieb bis zum 7. Lebensjahr bestehen.

Als weitere kritischen Phase in der Übergewichtsentwicklung wird die Zeit des so genannten „Adiposity Rebound“ (AR) diskutiert. Nach der Geburt steigt der BMI an dem und erreicht seinen Höhepunkt zwischen 8. und 9. Lebensmonat. In der Folgezeit sinkt der BMI, um kann dann Im Alter zwischen drei und acht Jahren wieder zuzunehmen. Dieser Umkehrpunkt wird in Fachkreisen „Adiposity Rebound“ genannt. Dazu bildet man einfach den Quotienten des BMI mit 4 bis 5 Jahren zu dem BMI, der mit 2 bis 3 Jahren gemessen wurde. Werte > 1,0 sprechen für einen positiven AR vor dem vierten Lebensjahr. Befunde aus den Studien deuten darauf hin, das ein frühes Eintreten des AR mit einem höheren Risiko für späteres Übergewicht einhergeht.

Wird im Kindesalter zur Risikoabschätzung lediglich der BMI verwendet, werden allerdings die Kinder mit erhöhtem abdominellen Körperfett häufig nicht erfasst. Experten fordern daher zusätzlich zur altersabhängigen Bestimmung der BMI – Perzentile zusätzlich die Messung des Taillenumfangs.

Eine frühzeitige Risikoabschätzung bereits im Kindes- und Jugendalter ist eine wirksame Präventionsmaßnahme. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei adipösen Kindern und Jugendlichen mit den Zeichen eines metabolischen Syndroms bereits eine Verdickung der Intima Media (Gefäßwand) nachweisbar ist. Dieser Befund ist umkehrbar durch körperliche Aktivität, die mit einer Zunahme der Fitness einhergeht.

Neuesten Forschungsergebnissen zufolge äußern sich diese unter anderem in spezifischen Wachstumsmustern und wirken möglicherweise in bestimmten, sog. kritischen Phasen.

Zu den Aspekten der Wachstumsmuster zählt z.B. das Schnellwachstum in den ersten beiden Lebensjahren. Schnellwachstum als Prädiktor für späteres Übergewicht konnten wir erstmals auch für gesunde Kinder in der DONALD Studie aufzeigen. Es trat bei 29% der Kinder auf und führte zu einem schnelleren Anstieg des Body-Mass-Index (BMI) und des prozentualen Körperfettanteils in den ersten beiden Lebensjahren, der bis zum 7. Lebensjahr bestehen blieb.

Als weitere kritischen Phase in der Übergewichtsentwicklung wird die Zeit des sogenannten „Adiposity Rebound“ (AR) diskutiert. Dieser tritt zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr auf und bezeichnet den Zeitpunkt in der Entwicklung der Körpermasse eines Kindes, an dem die nach dem 1. Lebensjahr einsetzende kontinuierliche Abnahme des BMI wieder in eine Zunahme des BMI umschlägt. Befunde aus anderen Studien deuten darauf hin, das ein frühes Eintreten des AR mit einem höheren Risiko für späteres Übergewicht einhergeht. Daten der DONALD Studie wurden und werden genutzt, um bisher ungeklärte Forschungsfragen im Zusammenhang mit dem AR zu untersuchen. So konnten wir zeigen, dass eine visuelle Inspektion zur Bestimmung des AR in Wachstumskurven zu bevorzugen ist.

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