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Alles Diät – oder was?

Veröffentlicht am 19. März 2009 von Richard Kessing

Eier

Jedes Frühjahr erscheinen in diversen Magazinen und Zeitschriften neue und revolutionäre Diäten, mit denen die Anwender endgültig und erfolgreich abnehmen sollen. Eine Studie, die vier verschiedene Diät-Konzepte zwei Jahre lang an Freiwilligen testete und die nun in der renommierten Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde, kommt zu einem banalen Fazit: Das Erfolgsrezept von Diäten zur Gewichtsreduktion besteht einzig in der Reduktion der täglich zugeführten Kalorien. Die Zusammensetzung der Nahrung aus Fetten, Kohlenhydraten oder Proteinen spielt nach den Ergebnissen dieser Studie, an der immerhin mehr als 800 Männer und Frauen teilgenommen haben, keine Rolle.

Aber kein medizinischer Beweis ohne den Gegenbeweis. In einer amerikanischen Studie der Louisiana State University hat man folgenden Versuch durchgeführt. Übergewichtige Probanden unterteilte man in zwei Gruppen, die ihr Gewicht mit einer Diät reduzieren wollten. Beide Gruppen verminderten dazu ihre Energieaufnahme um 1000kcal pro Tag. Die Probanden der einen Gruppe mussten Bagels zum Frühstück essen, eine zweite Eier. Bagels und Eier sind gut vergleichbar, weil beide Nahrungsmittel dieselbe Kalorienzahl pro Kilogramm besitzen. Dabei führte der Verzehr von zwei Eiern zum Frühstück zu einem höheren Gewichtsverlust als bei der Gruppe, die Bagels frühstückte.

Bei zwei weiteren Kontrollgruppen, wiederum eine mit und eine ohne „Eierfrühstück“, diesmal allerdings ohne zusätzliche Reduktionsdiät, konnte hingegen kein Unterschied festgestellt werden.
Den höheren Gewichtsverlust der Eier-Gruppe mit Reduktionsdiät führen die amerikanischen Wissenschaftler auf die gute Sättigungswirkung von Eiern zurück, die zu einer geringeren Energieaufnahme beim Mittagessen führte. Damit werden diejenigen Ernährungsexperten bestätigt, die zur Gewichtsabnahme eine kohlenhydratarme und eiweißreiche Ernährungsform, die so genannte Low-Carb-Diät, empfehlen. Dahinter vermutet man eine geringere Insulinausschüttung und damit ein geringeres Hungergefühl.

Aber Diäten haben auch noch andere gesundheitliche Effekte. In der englischen Studie wurde zwar kein Unterschied bezüglich der Gewichtsabnahme festgestellt, allerdings konnte man zeigen, dass die Diäten mit dem höchsten Kohlenhydratanteil das LDL-Cholesterin um sechs Prozent gegenüber einem Prozent bei den Diäten mit dem niedrigsten Kohlenhydratanteil senkten. Andererseits führte die Beschränkung der Kohlenhydratzufuhr zur Verbesserung des HDL-Cholesterins. Neun Prozent bei der geringsten Zufuhr gegenüber  sechs Prozent bei der höchsten Zufuhr. Alle untersuchten Kostformen führten zur Reduktion der Triglyzeride um zwölf bis siebzehn Prozent. Je eiweißreicher die Diät war, desto stärker sank die Insulinkonzentration im Blut, was die Daten der amerikanischen Studie stützt, wobei tatsächlich die Diätform mit dem höchsten Kohlenhydratanteil keinen Einfluss auf das Insulin hatte.

Als Fazit dieser Untersuchungen kann man feststellen: Egal ob eiweißreiche Diät oder kohlenhydratbetonte Kost, zum Abnehmen muss man weniger Kalorien zuführen als man verbraucht. Möglicherweise gelingt das Abnehmen mit eiweißreicher Diät leichter, aber welche Kostform man als Diät letztendlich wählt, ist Geschmackssache, oder vielleicht davon abhängig, welche weiteren gesundheitlichen Aspekte beeinflusst werden sollen.

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