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Welche Ernährungsform verhindert das metabolische Syndrom?

Veröffentlicht am 19. Januar 2009 von Dr. Petra Kreuter

AppleUnter dem metabolischen Syndrom leidet jemand, der als Adipöser zusätzlich noch einen zu hohen Blutdruck, zu hohe Triglyceridwerte, einen zu niedrigen HDL-Wert sowie einen zu hohen Nüchternblutzuckerwert hat. Jedes dieser fünf Symptome ist für sich allein genommen schon nicht gesundheitsfördernd, zusammen erhöhen sie aber erst recht das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.


Um zu klären, welche Rolle die Ernährung hierbei spielt, werteten italienische Forscher die Daten von 1052 Erwachsenen aus, die zuvor medizinisch untersucht und zu ihren Essgewohnheiten befragt wurden. Für die Analyse fassten die Wissenschaftler die abgefragten Lebensmittel zu insgesamt fünf „Ess-Gruppen“ zusammen, von denen eine dann typisch für jeden Studienteilnehmer war:

1. Übliche Mischkost:
Die Fettzufuhr dieser 476 Teilnehmer lag bei ca. 27 Energieprozent und enthielt einen hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren. Der Kohlenhydratanteil betrug knapp 58 Energieprozent.

2. Reich an tierischen Produkten:
Die 206 Teilnehmer dieser Gruppe verzehrten am meisten Fleisch, Eier und Milchprodukte. Entsprechend hoch war ihre Proteinzufuhr mit 20 Energieprozent. Die Fettzufuhr lag bei 31 Energieprozent, zum Großteil bestehend aus gesättigten Fettsäuren. Der Kohlenhydratanteil betrug 49 Energieprozent.

3. Reich an Stärke:
Diese 55 Teilnehmer verzehrten viel pflanzliche Proteine sowie Stärke, wobei Letztere zumeist aus Brot, Nudeln und Reis stammte. Die Kohlenhydratzufuhr lag somit bei fast 70 Energieprozent, während die Fettaufnahme nur bei 17 Energieprozent lag. Diese Gruppe nahm zudem die meisten Kalorien zu sich.

4. Reich an pflanzlichen Produkten und Fett:
Die 141 Teilnehmer dieser Gruppe wiesen den höchsten Verzehr von Olivenöl und fetthaltigen Soßen auf, die auf der Basis von Samenölen und/oder Butter entstanden. Damit lagen sie auch beim Fettverzehr mit 38 Energieprozent an der Spitze. Den Großteil der Fettzufuhr machten mehrfach und einfach ungesättigte Fettsäuren aus. Zudem konsumierten die Teilnehmer viel Trockenobst.

5. Reich an Vitaminen und Ballaststoffen:
Der hohe Verzehr von Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten bescherte den 174 Teilnehmern die höchste Ballaststoff- und Vitaminaufnahme. Auch ihre Kohlenhydratzufuhr lag mit 59 Energieprozent eher hoch, während der Fettkonsum mit 25 Energieprozent niedrig war.

Die Datenauswertung zeigte, dass eine stärkehaltige Ernährung mit der höchsten Prävalenz des metabolischen Syndroms einherging: 36 % der Teilnehmer dieser Gruppe wiesen drei oder mehr der oben genannten fünf typischen Symptome auf. In der Gruppe, die sich vorwiegend von tierischen Produkten ernährte, waren dies 30 % der Teilnehmer, in der Mischkost-Gruppe 24 %. Die niedrigste Prävalenz des metabolischen Syndroms mit 20 und 19 % hatte die Vitamin/Ballaststoff- bzw. die Gruppe mit pflanzlichen Produkte/Fetten. In diesen beiden Gruppen fand sich daher auch die geringste Anzahl adipöser Teilnehmer.

Laut der Autoren demonstriert diese Studie somit die fatale Wirkung einer Ernährungsweise, die „fettam“, „kohlenhydratreich“ und „reich an tierischen Produkten“ ist. Diese fördert das metabolische Syndrom, während sich Obst, Gemüse und pflanzliche Fette – und damit ungesättigte Fettsäuren – gesundheitlich positiv auswirken. Dies gilt besonders für Letztere: So ist der Fettverzehr in der Pflanzen/Fett-Gruppe zwar höher als in der Tierprodukt-Gruppe. Trotzdem ist Letztere adipöser und weist ungesündere Blutwerte auf – und nahm überwiegend gesättigte anstatt ungesättigter Fettsäuren zu sich.

LITERATUR:

Leite ML & Nicolosi A (2009). Dietary patterns and metabolic syndrome factors in a non-diabetic Italian population. Public Health Nutr. Jan 15:1-10.
doi: 10.1017/S1368980008004539.

http://journals.cambridge.org/action/displayJournal?jid=phn

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