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Haupt- und Realschüler haben höheren BMI als Gymnasiasten

Veröffentlicht am 3. November 2008 von Dr. Petra Kreuter

Dass die Bildung eine Rolle bei der Entstehung von Übergewicht spielt, zeigt nun erneut eine Auswertung des Leipziger Schulkinderprojektes. Dieses Projekt startete 1999/2000, und erste Ergebnisse präsentierte das Team um Wieland Kiess, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche der Universität Leipzig, im Jahr 2003. Von 2500 untersuchten Schülern im Alter von acht bis 16 Jahren waren 29 % übergewichtig und 16 % adipös. Zudem fanden die Forscher bei den über Zehnjährigen einen beunruhigenden positiven Zusammenhang zwischen steigendem Körpergewicht und Blutdruck.

Für die aktuelle Fragestellung analysierten Kiess und seine Kollegen die Daten von 1488 der untersuchten Leipziger Schulkinder. Die Jungen und Mädchen besuchten entweder die fünfte oder die neunte Klasse einer Haupt- und Realschule oder eines Gymnasiums. Das Alter der Fünftklässler lag zwischen 10 und 12, das der Zehntklässler zwischen 14 und 16 Jahren.

Dabei stellten die Forscher fest, dass die Haupt- und Realschüler im Vergleich zu den Gymnasiasten einen höheren Körperfettanteil, einen höheren BMI und auch einen höheren Blutdruck aufwiesen. Letzterer war dieses Mal unabhängig vom BMI erhöht.

Schon länger ist Kiess zufolge bekannt, dass ein niedriger sozioökonomischer Status, Übergewicht der Eltern und ein niedriger Bildungsgrad Risikofaktoren darstellen, dass Kinder übergewichtig oder adipös werden. Zudem sind laut der aktuellen KIGGS-Untersuchung Kinder aus diesen Familien körperlich weniger aktiv als Kinder aus Familien mit höherem Bildungsgrad. Diese Inaktivität geht ebenfalls mit einem höheren Körpergewicht einher. Je besser dagegen gerade die Bildung, desto geringer das Ausmaß an Übergewicht beim Nachwuchs.

Die Leiter des Leipziger Schulkinderprojektes betonen daher die dringende Notwendigkeit, frühzeitig Interventionsprogramme in Schulen zu etablieren, um Übergewicht und Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck entgegenzuwirken. Wenn hier nicht rechtzeitig ein gesunder Lebensstil aufgezeigt und gefördert wird, entstehen nicht nur für das einzelne Kind und den Jugendlichen gesundheitliche Probleme. Untherapiertes Übergewicht dieser Altersstufe wird dementsprechend mitwachsen und durch seine Begleiterkrankungen in Zukunft enorme gesundheitsökonomische Kosten verursachen.

LITERATUR:

Gelbrich et al. (2008). Prevalence of Obesity and Elevated Blood Pressure as well as Onset of Puberty in German School Children Attending Different Educational Tracks. Horm Res 70:340-348
http://www.karger.com/

Foto © Benutzer ‘onow’ bei pixelio

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