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Bewegung verhindert Übergewicht auch bei genetischer Disposition

Veröffentlicht am 12. September 2008 von Richard Kessing

Ein verändertes Gen mit dem Namen FTO könnte dafür verantwortlich sein, dass manche Kinder und Erwachsene zu Übergewicht neigen, so das Ergebnis einer Studie, die Forscher der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit Arbeitsgruppen aus Frankreich, Island, Schweden und Deutschland im letzten Jahr erstellt haben.

Wahrscheinlich ist die Hälfte aller Europäer Träger des Gens und wer homozygot diese Veranlagung hat, hat im Durchschnitt sieben Pfund mehr auf den Hüften. Nach Schätzungen sind circa 20 Prozent des Übergewichts in der europäischen Bevölkerung  auf das FTO- Gen zurückzuführen.

Allerdings führt das Gen nicht automatisch zum Übergewicht. Denn wer körperlich aktiv ist, kann schlank bleiben. Dies zeigt eine Untersuchung unter der amerikanischen Religionsgemeinschaft der Amischen. Die Amischen sind Nachfahren einer kleinen Gruppe von Einwanderern, die vor etwa 14 Generationen aus Südwestdeutschland und der Schweiz nach Amerika kamen und seither aufgrund ihrer abgeschiedenen Lebensweise weitgehend unter sich geblieben sind. Dies trifft insbesondere auf die Old Order Amish zu, die keine Autos fahren und keinen elektrischen Strom verwenden. Auf Grund der hohen genetischen Homogenität dieser Gruppe ist diese für Studien, bei denen erbliche Zusammenhänge von Erkrankungen untersucht werden sollen, interessant. Die Forscher der University of Maryland School of Medicine in Baltimore untersuchten 704 Mitglieder der Old Order Amish genetisch. Dabei fand sich die erwartete Assoziation zwischen bestimmten Allelen des FTO-Gens und dem Body-Mass-Index. Darüber hinaus wurde die körperliche Aktivität der Studienteilnehmer mittels Akzelerometer gemessen.

Bei Personen, die sich wenig bewegten, konnte eine direkte Assoziation zwischen FTO-Gen und dem Body-Mass-Index hergestellt werden. Besonders stark war diese Assoziation zwischen BMI und Bewegungsmangel bei denjenigen Personen, die das FTO-Gen auf beiden Chromosomen hatten. Bei Personen ohne FTO- Gen war diese Beziehung dagegen sehr schwach ausgeprägt. Dies bedeutet, wer genetisch nicht vorbelastet ist, neigt auch bei sitzender Tätigkeit nicht zum Übergewicht.

Evadnie Rampersaud et al.: Physical Activity and the Association of Common FTO Gene Variants With Body Mass Index and Obesity Arch Intern Med. (2008) 168(16):1791-1797

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